• Björn Hennecke

Quo vadis Trumpmerika?

In den letzten 24 Stunden haben sich die Ereignisse in den USA regelrecht überschlagen. Auch ich wurde von den Geschehnissen überrascht und war entsetzt. Derartige Unruhen hatte ich nicht ernsthaft erwartet. Allerdings waren durchaus Anzeichen der Unruhe zu erkennen. Die massive Ansammlung von radikalen Trump-Anhängern musste durchaus alarmieren. Dazu kamen die wiederholten Aufrufe des Präsidenten, die Wahl Bidens nicht widerstandslos hinzunehmen. Ich hatte jedenfalls den Fernseher laufen, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Insofern hieß es für mich gestern Unmengen von Informationen zu verarbeiten und diese via Twitter zu teilen und einzuordnen. Das war gewissermaßen die Feuertaufe für DerGeschichtslerLIVE. Da werde ich auch in Zukunft Ereignisse, wie die kommenden Landtagswahlen kommentieren. Folgt mir also gerne auf Der Geschichtsler (@geschichtsler) / Twitter.

Ein ausführlicher Beitrag zur Situation von Trump erscheint zeitnah auf Instagram (Björn Hennecke (@der_geschichtsler) • Instagram-Fotos und -Videos).


Doch was heißt das nun für die USA?

Zunächst einmal wird die Sicherheitslage angespannt bleiben. Ein neuerlicher Vorfall dieser Art muss unbedingt verhindert werden. Dann gilt es tatsächlich eine "geordnete Amtsübergabe" (O-Ton Trump) zu vollziehen. Doch damit fängt die Arbeit für Joe Biden erst richtig an. Die Aufgaben sind enorm und wohl kaum alle in einer Amtszeit zu bewältigen:

  1. Bekämpfung der COVID-19-Pandemie

  2. Versöhnung der verfeindeten politischen Lager

  3. Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs

  4. Start einer neuen Umwelt- und Klimapolitik

  5. Neugestaltung der weltpolitischen Rolle der USA

Für den zukünftigen Ex-Präsidenten dürften dagegen diverse Gerichtsverfahren im Vordergrund stehen. In zahlreichen Bundesstaaten drohen Anklagen. Diese lassen sich auch mit zweifelhaften Vorab-Begnadigungen nicht verhindern.

Ob seine Anhänger weiterhin zu Trump halten bleibt abzuwarten. Vieles spricht jedoch für einen harten und verblendeten Kern, der selbst in vier Jahren noch für ihn auf die Straße gehen würde.


Drohen Amerika also blutige Jahre?

Soweit würde ich nicht gehen. Doch die Spaltung im Land und nun auch in der Republikanischen Partei ist tief. Eine schonungslose Aufarbeitung der Präsidentschaft Trumps bleibt unerlässlich. Ob die richtigen Schlüsse gezogen werden und der Zusammenhalt in der Bevölkerung wieder wachsen oder weiter schwinden wird, dass wird die Geschichte zeigen.

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